Samstag, 22. Februar 2014

Bilderreihe #8: The last call from SA



7 Monate wie im Flug. Was bleibt sind Eindrücke für Jahre und Momente für die Ewigkeit. Ich möchte mich hiermit bei allen Personen bedanken, die diese wunderbare Zeit möglich gemacht, mich unterstützt haben und mit mir durch Hoch- und Tiefpunkte gegangen sind. Südafrika hat seinen Eindruck bei mir hinterlassen, aber die Menschen, die diese Zeit geprägt haben, waren perfekter als ich mir das je hätte erträumen können.

Meine Reise zieht mich nun wieder in Richtung Norden. Ruanda heißt die nächste Haltestelle. Davor gibt es aber noch die letzten Eindrücke aus der Rainbow-Nation.





Vielfältiges Südafrika:

Von Stränden,

Massentourismus

über Berge

und Täler.

Side-Note: Camping, you 're doing it wrong. Botswana Style !

Typisches Frühstück an der Bert's Bricks Primary School


Spatlo Massenproduktion



Danke an den Staff für die wunderbare Zeit


Danke an das Kinderheim und (fast ;) ) alle Kinder


Es verabschiedet sich "Mr JJ" von der besten Schule der Welt mit den besten Kindern der Welt



Random Notes:
- "Feuer ist Zivilisation."

- "Äh. Das ist das Bild auf dem ich so nen dicken Bauch hab.... kein Wunder, dass ich das nicht in einen anderen Ordner verschieben kann."

- "Wer Abschied nimmt, hat sich im Leben der Bleibenden schon einen Platz reserviert."

- Glückwunsch an Mr. Larso, der im Gewinnspiel das Losglück auf seiner Seite hatte und jetzt der neue Besitzer der Solar-Lampe ist!
 
 
- Reiche Teenager aus Botswana haben einen Hang zur Instagram Sucht und unechte Haare.
 
 
 
- Smartphone Spiel des Jahres: Quiz Duell
 
- Offizielle Anzahlregelung für Upper-Flat Partys:
 
6 Leute in einem Zimmer = Zimmerparty
5 Leute in der Küche = Küchenparty
4 Leute im Bad= Badparty
 
- "Once you follow Bafana Bafana in Soccer you need tabletts for stress."
 
- "Da sind 6 Plätze noch frei im Auto. In Afrika heißt das 10!"
 
 
 
 "Es gibt im Leben keine Perfektion. Allein auf der Suche danach muss man so viele Abtriche machen, dass man dadurch erst die wahre Perfektion erkennt."
 

 
 
"You can leave South Africa,
but South Africa never leaves your heart."
 
 

Sonntag, 19. Januar 2014

Urlaub mit Hindernissen



„Brauchsch doch koi Krücke, bisch selber a Krücke!“
Trainer Ludwig
 
 
 
 
Ein 22 Tage Plan für einen verrückten und unvergesslichen Südafrika Urlaub:
 
 
Tag 1 (13.12.2013): Reiße dir in Potchefstroom die Außenbänder bei einem unnötigen Basketball Shootaround, um den Urlaub so noch mehr zu erschweren und somit die ersten Tage auf Gehhilfen verbringen zu müssen.

Tag 2: Weigere dich während der 10 Stunden Fahrt von Potch nach Umzumbe auf den überteuerten Maut Straßen zu fahren und erlebe das komplette South Africa Feeling inklusive Potholes, Straßen die keine sind, schlechte Sicht aufgrund von Nebel und Regen, Ziegen auf der Straße, Menschen auf der Straße und was der Lebewesen noch mehr auf der Straße sind. Fahre auf diesem Trip nie selbst Auto und suche dir fähige Fahrerinnen, die im südafrikanischen Verkehrschaos erprobt sind. Buche dir als Unterkunft in Umzumbe einen schönen Backpacker wie die Mantis and Moon Lodge und treffe dich dort mit den gleichen Leuten mit denen du schon ein halbes Jahr Zeit verbracht hast, da du dir sicher sein kannst, dass diese ein schönes Beisammensein garantieren.

 
Tag 3: Sonne dich an einem der typischen Strände der South Coast, da diese mit Gehhilfen kaum zu erreichen sind. Bau am Strand ein Auto aus Sand. So kann man die Einheimischen nach der Show auf Krücken noch mehr beeindrucken. Um einen anstrengenden Tag in Umzumbe und Umgebung abzurunden starte einen Braai, kaufe dafür viel zu viel Fleisch und philosophiere am Feuer über hochkomplizierte Themen des Alltags.

 
Tag 4: Besuche, nach einer Stunde Fahrt in Richtung Süden, die Ku-Bolooyi River Lodge in Leisure Bay und genieße dort den wunderbaren Ausblick auf den indischen Ozean. Mache dich ohne viel Recherche auf die Suche nach einem Restaurant im Umkreis. Gib nach 2 Stunden die Suche auf und begebe dich sofort ins Wild Coast Sun Resort und diniere bei atemberaubender Sicht auf das Meer.
 
 
Tag 5: Kurve, während der circa 6 Stunden Fahrt nach Coffe Bay (Wild Coast), gekonnt um die verschiedensten Hindernisse, die dir die Straße bietet. Stolpere, am Ziel angekommen, in die Touristen-Falle und quäle dich mit einer überteuerten Pizza. Lass den Tag bei einer Party im berühmten Coffee Shack ausklingen.
 
 
Tag 6: Begebe dich vor dem Start deiner weiteren Reise in die Hände eines virtuosen Reiki Praktizierenden, um deinen angeschlagenen Fuß „schneller“ heilen zu lassen. Begebe dich danach in die Hände der unbeschreiblichen Greyhound Busfahrer, die dich mit ansteckender Hektik durch das halbe Land nach Johannesburg kutschieren.
 
 
Tag 7: Runde die 11 Stunden Fahrt mit dem Bus mit einer Fahrt in einem einheimischen Taxi ab. Rede während der Fahrt in deiner Heimatsprache, um die Stimmung im Taxi gesprächig zu halten.
 
 
Tag 8: Visitiere den berühmten internationalen Flughafen OR Tambo mit einer Fläche von 1.600 Hektar.
 
 
Tag 9: Statte dem Nelson Mandela Square in Sandton City einen Besuch ab und ignoriere die Instagram-Süchtigen vor der unübersehbaren Mandela-Statue. Lebe am Ende des Tages das Leben von Mr. Goodlife und verspeise ein perfekt zubereitetes T-Bone Steak im „The Butcher Shop & Grill“.
 
 
Tag 10: Nach 10 Tagen Südafrika pur, entspanne dich und lasse dir einen Teil deiner Familie aus Deutschland einfliegen, um die einzigartige Atmosphäre mit noch mehr Menschen zu teilen.


Tag 11: Widme dich den neuesten TV-Trends und schaue an einem Tag mehrere Staffeln Dexter, ohne dich vom Sofa weg zu bewegen. Das schont sowohl den angeschlagenen Fuß, gibt auf der anderen Seite aber auch Zeit die Seele ein wenig baumeln zu lassen.


Tag 12 + Tag 13: Um das relativ rustikale Essen während der Tage in Backpackern und on the Road zu kompensieren, feiere Weihnachten sowohl am 24.12. (wie in Europa üblich) als auch am 25.12. (wie in South Africa üblich). Überfresse dich bis zur Bewegungsunfähigkeit und teste deine Unbeweglichkeit beim unfreiwilligen Pool-Besuch am späten Abend.


Tag 14: Da nun der Weihnachtsspeck dich hoffnungslos übermannt hat, gebe dich dem hin und überzeuge dich von den Vorzügen eines Steinofens beim Pizza backen. Nähere dich dem Ideenreichtum der Nicht-Europäer an und probiere alle möglichen Variationen von Pizza.


Tag 15: Versuche am ersten Tag der Reise mit deiner Familie nicht zu viel typisch südafrikanische Eindrücke aufkommen zu lassen. Das könnte von der Schönheit des Landes ablenken und falsche Schlüsse aufkommen lassen. Tipp: Fahre nun über Maut-Straßen, meide billige Backpacker im Nirgendwo und such dir als Reiseziel eine Stadt, die von nur einer Bevölkerungsgruppe geprägt wird. Die indische Hochburg Durban liegt am indischen Ozean und besticht mit billigem Miami Feeling plus Skyline. Um dem Curry-Kultur-Schock zu entgehen suche dir ein Guesthouse außerhalb der Downtown. Das de Charmony Estate in Verulam bietet eine solche Atmosphäre und das Abendessen mit der Besitzerin bietet bleibende Erinnerungen.


Tag 16: Nur 10 Kilometer südlich von Verulam befindet sich Umtlodi, eine kleine süße Hotel-Stadt mit einem kilometerlangen Strand. Stürze dich in die meterhohen Wellen an der North Beach und versuche nicht auszusehen wie ein typischer Tourist aus Europa.


Tag 17: Verfalle in einen Shopping-Wahn. Um diesen zu stillen lohnt sich ein Besuch im Gateway Theatre of Shopping. Mit seinen über 400 Shops auf 220,000 m² und über 12,000 Parkplätzen, ist die Mall die größte der südlichen Hemisphäre. Keine Wünsche bleiben in diesem spektakulären Ort unerfüllt . Allerdgins kann es passieren, dass man durch den Overload an Eindrücken den Skatepark, entworfen von Tony Hawk persönlich, nicht findet. Aber dies sollte einem nicht den Tag verderben. Ebenso wenig sollte man sich über die minderwertige Qualität der Autoreifen erzürnen und den kaputten Reifen von wissenden und virtuosen Boxenstall-Crew-Mitarbeitern an der Mall wechseln lassen.


Tag 18: Besuche den King Shaka International Airport und überzeuge dich dort von der Hilfsbereitschaft der Autovermieter, die jeglichen Schaden am Auto dadurch ausmerzen, dass sie einfach ein neues Auto zur Verfügung stellen. Um dem, durch diese Lappalie entstandenen Stress zu entkommen, verbrenne dir deine Haut an der South Beach von Durban. Staune über die zahlreichen Shops am Strand, die monopolartig alle das Gleiche zu gleichen Preis verkaufen.


Tag 19: Beende das Jahr 2013 mit einem Besuch in einer high-class Strandbar. Philosophiere dabei über Streiks auf großen Container-Schiffen und beobachte alteingesessene Surfer beim verzweifelten Versuch wieder jung zu sein. Runde das Jahr im großartigen Partyleben von Verulam mit Ironie und Sarkasmus ab.


Tag 20: Stürze dich ins Verkehrschaos von Umhlanga, der Touristenhochburg. Überzeuge die arroganten Badewächter und die pauschal Touristen von deinen multilingualen Fähigkeiten. Lebe das Leben eines russischen Öl-Magnaten und verspeise hochqualitatives Seefood.


Tag 21: Übe Kritik am deutschen Bankensystem und deren Kredit Karten Politik. Fahre durch gesamt Verulam auf der Suche nach einem passenden Bankautomaten. Nachdem Bezahlen des Guesthouses fahre durch das halbe Land, um eine der langweiligsten Städte des Landes zu besuchen. In Potchefstroom gibt es eine Mall und ein wunderschönes Guesthouse mit dem Namen Kwakgatleng.


Tag 22 (03.01.2014): Frühstücke in der berühmten Mooi River Mall und vergleiche sie nicht mit den anderen Shopping-Facilities deiner Reise. Runde den verrückten Urlaub mit einem Besuch im Abraham Kriel Child & Youth Care Centre Potchefstroom, Dr Kenneth Kaunda District, North West Province, South Africa, Southern Hemisphere, aAdW ab.



Random Notes:

- Gewinn-Spiel: Für was steht die Abkürzung aAdW, die der Autor im oberen Teil verwendet (Tag 22)?
Antworten bitte in die Kommentare mit Namen, der Einsendeschluss ist der 31.01.2014. Aus allen richtigen Antworten wird ein Gewinner im Losverfahren ermittelt. 
Unter allen richtigen Antworten verlost das JJ goes south Team eine stylische, solarbetriebene Consol Solar Jar für überwältigende Abende im entspannenden Licht von 100% umweltfreundlichen Licht.


- "Ek kom van de Buur. Ek praat Afrikaans. Ek praat Kack!"

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- Setswana-Lektion #2: "Fa o neelana kgang, dintlha tsa botlhokwa tse di tshwanetseng go tlhokomelwa ke tse" - Beim Präsentieren ist auf folgende Faktoren Wert zu legen

- "Ihr sollt euer Essen holen. Now, now, sofort. Ernsthaft. Hat der Küchen-Hobbit gesagt."

- Buch-Tipp: Thierry Henry: Lonely at the Top: a Biography


 

Dienstag, 3. Dezember 2013

Jahresrückblick Teil 2


Juli

Nach gut zwei Tagen Reisestrapazen-Erholungs-Zeit beginnt das Leben in Südafrika. Ohne es zu wissen komme ich direkt in den Schulferien an, was mir Zeit zur Gewöhnung an das Lebens in Afrika gibt. In den ersten zwei Wochen heißt es also - dank der Unterstützung der anderen Volontäre - pures Südafrika-Feeling genießen. Township, Pot, Pool, Pub, Party!
Am 15. dieses Monats ist es dann soweit: Schule. Das Bert's Bricks Primary School Kollegium ist nur in kleinen Fraktionen anwesend. Somit muss der Volontär das Boot schaukeln. Ins kalte Wasser geworfen, unterrichte ich mich in den ersten Wochen um Kopf und Kragen. Improvisationskünste eigne ich mir schnell an und so schlängele ich mich durch Social Science, Mathematik und Englisch Stunden. Das Ende meines ersten Monats in Südafrika ist allerdings von einem herben gesundheitlichen Breakdown gekennzeichnet. Die Flu-Week endet in einem Besuch beim Zahnarzt, der mir die Zahnwurzel notgedrungen zusammenflickt. Für die letzten drei Tage des Monats liegt unser Held erst einmal flach.


August

Der August beginnt zuckersüß, da mich das halbe Kollegium am Kinderheimkrankenbett besucht. Wieder auf dem Damm geht der Alltag in der Schule geregelter von Statten und ich finde mich öfter als Assistenz-Lehrer wieder, was mir tiefe Einblicke in das südafrikanische Schulsystem bietet. Auf der Arbeit gibt es zwar endlich Konstanz, aber im Kinderheim machen sich die Volontäre auf nach Hause. Nach knapp einem Monat hießt es Abschied nehmen von denen, die mir uneigennützig das neue Leben und den Einstieg in dieses so viel einfacher gemacht haben.
Gleichbedeutend mit der Umstellung im Kinderheim bekomme ich auch neue Aufgaben. Study-Time mit den 4-klässlern steht nun Nachmittags auf dem Programm.
Nach einer Woche ohne viel Spektakuläres kommt die Ankunft der neuen Deutschen. Wenig Legendäres passiert allerdings bis zum 29.08.2013. Dann trägt sich der unglaublichste Geburtstag aller Zeiten zu. Kuchen über Geschenke über Glückwünsche über Geburtstagssongs in vier Sprachen. Fazit: 21 und kein bisschen erwachsen ( :-D ).


September

Nach kurzer Gewöhnungszeit an mein fortgeschrittenes Alter geht der Alltag seinen Lauf. Study-Time mit Joseph und unserer High-Entertainment aber Low-Motivation Gruppe. Arbeit an der Bert's Bricks als wandelnder Kopierer und was der Dinge mehr sind. Das menschliche Highlight ist Zahnarzt Dr. Victor, der auf die Bezahlung meiner Behandlung verzichtet. Sportliches Highlight sind die südafrikanischen Meisterschaften im Cross-Country, für die sich ein Großteil unseres Schulteams qualifiziert hat. Bevor es aber in den ersten Urlaub geht muss ich mich noch mit einem Magen-Darm-Virus rumschlagen und verpasse dadurch die letzte Schulwoche vom dritten Quartal komplett.
Fast wieder genesen geht es via schwarzem Taxi Johannesburg. Das Apartheit-Museum und die Fahrrad-Tour durch das berühmteste aller Townships ("Soweto that is") hinterlassen bleibende Eindrücke. Für 4 von 10 geht es von Johannesburg weiter in Richtung Norden. Pilanesberg National Park inklusive Elefanten, Nashörnern, Löwen und (!) Leoparden. Vom wunderbaren Essen der Bakubung Lodge ganz zu schweigen. Der Heimweg nach Potch ist - wie immer in SA - vogelwild. Endlich zu Hause angekommen klingen die Ferien gechillt aus und der Urlaubs-Monat ist beendet.


Oktober

Term 4! Die gesamte Schule macht sich langsam aber sicher für die Abschlussprüfungen bereit. Der, sonst so lasche Unterricht, nimmt Fahrt auf und die Kids müssen sich echt reinhängen. Dafür werden einige aber auch belohnt und kommen entweder in den Genuss des Adrenalin-Kicks in Gold Reef City oder feiern ihren Abschlussball in Highschool-Musical Ambiente. Sowohl das Farewell-Wochenende als auch das Achterbahnfahren in der größten Mine von Johannesburg sind spektakulär. Ebenfalls in Joburg und ebenfalls spektakulär ist das Rugby Spiel SA vs. NZ. Hier kommen wir in den Genuss von Weltklasse Rugby und dem dazugehörigen Packet aus tieffliegenden Flugzeugen, afrikanischen Flüchen gegen den Schiedsrichter und dem Kriegstanz der Neuseeländer.
Der Abschluss des "Heirats-Monates" steht für mich ganz im Zeichen der Familie. Im Krüger National Park kommen wir in den Genuss der kompletten Big 5 innerhalb magisch kurzer Zeit und finden dort auch einen Platz für die Ewigkeit.


November

Eine vogelwilde Heimfahrt mit einem maßlos überfülltem einheimischen Taxi später bricht der letzte Arbeitsmonat an. Ich schreibe Klassenarbeiten am PC und versuche verzweifelt meine Bert's Bricks Kinder auf ihre Examen vorzubereiten.
Von überdurchschnittlicher Sportlichkeit gepackt schießen Jacob und ich, Mitte November, unser Team zum Sieg und aufgrund meiner "Healthy Week" genehmige ich mir danach keine Flasche importierten Erdinger sondern eine Flasche Cola.
Bei der Grade R Graduation findet das gesamte Kollegium zurück in ihre Kindheitszeiten und benimmt sich dementsprechend daneben. Die Schüler sind dem aber nicht abgeneigt und freuen sich fast genauso wie meine Schüler in der ärmsten Extension des Townships als sie plötzlichen ihren Lehrer im Bus erkennen.
Mit unserer, aufgrund von Urlaubszeiten verfrühten, Weihnachtsfeier endet auch mein Arbeitsjahr 2013 offiziell.



... still to come in December 2013 ...

- eine wahnsinnige Fahrt zum Flughafen in Joburg
- Standurlaub mit drei anderen, genauso verrückten, Hühnern
- Wiedervereinigung mit der für mich wichtigsten Person auf dem Planeten aka Beast aka Lauria aka Bro



Random Notes:
- Die magische Miesmuschel weiß ALLES !

- "Wir brauchen neue Hausregeln. Wir sind mit den alten Regeln durch."

- Glückwunsch an Sven, der zum 5000. Besucher meines Blogs geworden ist

- "This is no damage, it is characteristic!"

- "Siiiiiiiiir, looooook, pleeeaaaassssseeee, Siiiiiirrrrrrr, I'm struggeling..."

- .... das ist doch k-k-k-ko-komich

- Im Mau-Mau AKKH Turnier macht sich ein Underdog mit dem Namen "No J" auf die Herrschaft zu übernehmen

- Lied des Jahres 2013: Mamzala produced by VX

- Dienstag 03.12.2013; 15:01; 23° und Regen: "Alter, wenn des die Woche weiter so bleibt bin ich echt pissig!"

My old friend Lee,
   Had too much tea,
   So he had to pee,
   Behind the tree,
   Under the bees.

- Der Potchefstroom Rekord im Snake Xenzia auf dem Nokia 105 liegt höchstwahrscheinlich bei 4212 und wird ziemlich sicher vom Autor dieses Blogs gehalten


- Wort des Jahres: RUlk = riesen Ulk

- RUlk des Jahres: Thato bekommt einen Preis für 100% Anwesenheit ist aber bei der Verleihung abwesend

- Thato des Jahres: Tlotlo, Thato (Haus Betel)





After climbing a great hill, one only finds that there are many more hills to climb.
Nelson Mandela
 
 
 


Dienstag, 26. November 2013

Jahresrückblick Teil 1

Das rasanteste, spannendste, verrückteste, aber auch das schwerste Jahr meines Lebens geht dem Ende zu. Zeit genug also zurückzublicken auf Sternstunden, Rückschläge und Essenzen des Lebens.



Januar

Die Semesterferien gehen dem Ende zu und ich befinde mich in einem Motivations- und Selbstfindungsloch. Der Studiengang "Energiewirtschaft" bietet doch nicht das, was er bzw. was ich mir von ihm versprochen habe. Außerdem frisst mich der, im August 2012 eingehandelte, Stress von innen auf. Nach 6 Monaten Vorbereitung heißt es "medizinisch-psychologische Untersuchung", um den verbleib meines Führerscheins zu sichern. Am ersten Montag des Jahres finde ich mich beim TÜV wieder und erkläre die Hintergründe der nächtlichen Benutzung meines Fahrrads. Quälende 120 Minuten später gehen sowohl dem Verkehrspsychologen als auch mir ein Licht auf. Das Ergebnis seiner Erleuchtung erhalte ich erst Mitte Februar. Meine Erleuchtung setze ich am nächsten Tag, zu voreilig wie ich jetzt weiß, um. Exmatrikulation heißt diese! Nach nur knapp 3 Monaten kehre ich dem Studentenleben den Rücken zu und will mir einen Lebenstraum erfüllen, der mir schon seit Jahren im Kopf herumgeht. Englisch-sprachiges Ausland ist mein Traum, aber auf der anderen Seite wäre ein anderes Studium die weitaus einfachere Lösung. Am Ende des ersten Monates des Jahres bleibt Vieles offen.


Februar

Die Planung für diesen Monat besteht darin eine Volontär-Stelle klarzumachen, nachdem ich mich gegen ein neues Studium entschieden habe. Was damit untrennbar zusammenhängt ist eine Arbeitsstelle, da mich die ganze Fahrradgeschichte eine Unmenge an Geld gekostet hat. Was mir allerdings auf der Suche nach "schnellem" Geld nicht klar war ist, dass man als ungelernter Abiturient mit abgebrochenem Kurzstudium keine wirkliche Chance auf etwas hat, das Spaß macht. Nach einigen Vorstellungsgesprächen in den verschiedensten Wirtschaftssektoren - Gastronomie, Import-Export, Einzieher - muss ich dann doch meine Erwartungen drosseln und der Zeitarbeit hingeben.
Die Parallelgeschichte des Februars schreibt die deutsche Bürokratie, die mich hart in die Mangel nimmt. Die 16-seitige (!) MPU-Analyse bietet mir und der Staatsgewalt Eindrücke in mein Seelenleben, entlastet mich aber nicht stark genug, um mich völlig frei zu sprechen. Somit finde ich mich in einem "Aufbau-Seminar für im Straßenverkehr Auffällige" wieder. Kurz gesagt: Eine Selbsthilfe-Gruppe für "Trunkenheit am Steuer" Straftäter. Im Gruppenvergleich fällt meine Story noch lächerlicher aus als zuvor. Das Fazit am Ende des Kurses bleibt somit auch relativ unspektakulär: Teilnehmerzertifikat bekommt jeder, meine Probezeit wird um 2 Jahre verlängert...mehr dann auch nicht.
Das einzige (positive) Highlight des Monats ist das sportliche Familiengebeaste beim 2er-Mannschafts Turnier in Laichingen. Das unvergleichbare Brüder-Doppel stampft die Gegner sowohl sportlich als auch mental in den Boden. Nur im Finale scheitern die Beast-Geschwister an viel zu routinierten Legendenspielern.


März

Im März beginnt der Arbeitsalltag als ungelernter, unqualifizierter mach-mal-Irgendwas-Arbeiter. Erster Arbeitsplatz ist die Universitätsklinik-Ulm. Über 2 Wochen versuche ich mich als Heizungsbauer in luftigen Höhen. Montage und Demontage heißt das Stichwort. Überrascht bin ich, wie viel auf dem Bau, aufgrund von Fehlern in der Berechnung der Bauleitung, improvisiert werden muss. Den traurigen Helden, die seit Jahrzenten in alter Glaswolle hantieren, gebührt großes Lob. Jungs, ihr macht euren Job tadellos, auch wenn es keiner weiß.
Am Ende des Monats wird es wieder sportlich. Beim Beko-BBL TOP 4 in der Berliner O²-Arena ziehen die Ulmer Basketballer ins Finale ein. Nach einer ausgeglichener ersten Halbzeit, feuert der Gastgeber aus Berlin allerdings ein Offensiv-Feuerwerk ab und ausgerechnet Heiko Schaffartzik beendet mit der Schlusssirene des 3. Viertels die Titelträume unseres Teams.
Dennoch bleibt bei unserem Familien-Männer-Trip nur Positives hängen, außer das obligatorische Navigationsproblem, was es aber bis jetzt in jedem Urlaub gegeben hat.


April

Der April steht voll im Zeichen des schwäbischen Sprichwortes "schaffa schaffa Häusle baua". Zwar baue ich nur indirekt Häuser, aber die Arbeitszeiten haben es doch in sich. Zusammen mit ostdeutschen Elektrikern, rumänischen Gastarbeitern und österreichischen Deckenbauern arbeite ich hinter unzähligen Sicherheitsgates im Bundeswehrstützpunkt Laupheim an einer Großküche/Soldatenkantine. Meine einzige Erkenntnis nach 10-11 Stunden Arbeit am Tag ist, dass meine Entscheidung nicht zur Bundeswehr zu gehen komplett richtig war. Lieber 11 Stunden auf einer Leiter als eine Stunde unter Oberfeldwebel Karsten Müller.
Ende des Monats werde ich zu HKL verfrachtet. Der Aufgabenbereich, eigentlich für einen Profi-Kfz Mechaniker gedacht, umfasst das Hegen und Pflegen von Radladern, Baggern und was der Baumaschinen mehr sind. Als Reparateur war ich natürlich völlig ungeeignet, aber ich konnte mir den Lebenstraum "Bagger fahren" täglich aufs Neue erfüllen.


Mai

Im Mai nichts Neues. Bagger putzen, rumfahren, abstellen, tanken ... . Am Ende meiner 5 Wochen bei HKL muss ich sagen, dass dieser Job mir mit Abstand am meisten Spaß gemacht hat und mir weiterhin einen schönen Überblick in die Sphären der Vermietung von Baumaschinen gebracht hat. Apropos Blick: Mein nächster Job bringt mir sprichwörtlich den Durchblick, da ich am BWK Ulm Glasfassaden anbringe. Nie wurde mir die Tragkraft einer Fensterscheibe so bewusst. 140 Kilo wiegen die 2x3 Meter Scheiben und müssen irgendwie in ihre Halterung gebracht werden. Wieder werde ich eingeweiht in die Künste der Improvisation, von den Vor- und Nachteilen richtigen Werkzeuges ganz zu schweigen.
Am Ende meiner Zeit als Zeitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma bekomme ich dann doch noch einmal Zeit zu einer anderen Tageszeit zeitig zur Arbeit zu erscheinen. Allerdings hat mein Ausflug in die Nachtschicht nur die Dauer eines Tages. Enttäuscht, dass meine unglaublich effiziente Biorhythmus-Umstellung nicht genug gewürdigt wird, kündige ich. Fazit: Bis auf ein paar Kratzer und Prellungen bleib meine knapp 3-monatige Arbeitszeit von großem Unglück verschont.
Meine Afrika-Planungen sind derweil komplettiert und Ende Juli geht es nach Potchefstroom. Somit widme ich meinen letzten Monat in Deutschland dem Abschied.


Juni

Dass unsere Familie allerdings innerhalb von einer Woche von zwei inspirierenden Personen für alle Zeiten Abschied nehmen muss, ist für meinen letzten Monat in Deutschland ein harter Stimmungsdämpfer. Nachdem die "schwarze Woche" verkraftet ist verbringe ich viel Zeit mit denen, die mir wichtig sind. Zahlreiche Abschiedsfeiern und tolle Momentaufnahmen später ist mein Visum plötzlich in der Post und ich bin am Flughafen in München. Allen Widerrufen und Tiefpunkten zum trotz usher ich in einen neuen Lebensabschnitt. Der Flug ist unspektakulär und bietet, bis auf den eigenwilligen Musikgeschmack der Egypt Airways, keine neuen Erkenntnisse. Gepäck grundsolide geschnappt und mit dem Pass punktgenau den Schalter passiert.
Mein Taxi-Fahrer Thomas (in First Impressions noch als poor man's Asafa Powell bezeichnet) bringt mich nach Potch. Fast exakt zum Halbjahresende 2013 beginnt mein neuer Lebensabschnitt.



Random Notes:
- Zitate vom Bau:
    "Hätt' ich Abitur, wär' ich ja sofort Rechtsanwalt geword'n."
    "Warum gehsch du nach Afrika? Stehsch auf schwarze Weiber, oder so?"
    "Ich geh' immer in Urlaub nach Thailand. Das is' wahrer Männer Urlaub!"

- #beastblood

- 10.01.2013: Von Langeweile getrieben stelle ich im Darts-Spiel Shanghai einen (bis dato) unerreichten Haus-Rekord auf. Unter anderem dank 2 Treffern im Tripple 16 Segment stehen am Ende 636 Punkte auf meiner Haben-Seite

- Zitate vom Nicht-Bau:
    "Ich bin 'n Biest!"   "Du bisch 'n Dieb!"
    "Fanta sind Asiaten, die mag' ich nich'."
    "Heut' hab ich Battierblood!"

- Alle Mannschaften des SSV Ulm Tischtennis halten die Liga. Props dafür!

- Lupe Fiasco - Out of my head feat. Trey Songz

- Die beste Sport-DVD des Jahres bring Mo (writer des SSV Ulm 1846 Fischtennis  Blogs) heraus, indem er einfach ein paar Lappen beim Sport filmt und das in Steven Spielberg Manier zusammenschneidet



Life is without meaning. You bring the meaning to it. The meaning of life is whatever you ascribe it to be. Being alive is the meaning.